Zeitig geht es wieder einmal um 6:00 Uhr los. Frühstück besorgen wir uns in einer kleinen Bäckerei in einer Seitengasse. Vor dem Geschäft stehen zwei Radpilgerinnen aus Deutschland. Wir kommen mit ihnen ins Gespräch. Auch sie benutzen den Radführer von Bikeline und sind ebenfalls davon enttäuscht. Die Beiden sehen lustig aus: 80er Jahre Leggins, bunte Jacken, Sandalen. Das hat Style.

Die Meseta - Kornkammer Spaniens
Die Meseta – Kornkammer Spaniens

Die Etappe führt uns endlich durch die Hochebene, wobei es nicht wirklich eben ist. Es geht wieder nur bergauf und bergab, dafür aber durch die Kornkammer Spaniens. Wo man hinschaut, nur Kornfelder. An einer verlassenen Tankstelle machen wir Rast. Überall liegt Müll herum. Eine Gruppe männlicher französischer Radpilger macht dort auch Pause. Ihre Frauen sind mit einem Wohnmobil vorausgefahren und haben ein richtiges Picknick aufgebaut.

Storchennester auf der Kirche
Storchennester auf der Kirche

Später kommen wir noch an einem Reisebus vorbei, wo gerade eine Reisegruppe aussteigt und aus dem Anhänger Fahrräder auslädt. Kurz darauf werden wir auch schon vom nun leeren Bus überholt, und wiederum einige Zeit später von den ersten Radlern. Es sind auch Deutsche, die uns sofort ansprechen. Sie sind beeindruckt, dass wir schon seit Bayonne mit all unserem Gepäck fahren. Die Reisegruppe fährt nur Teilstücke des Jakobsweges und natürlich ohne Gepäck. Das ist im Bus verstaut.

Kurz vor Burgos wird es windig, und wir müssen gut strampeln, um voran zu kommen. Aber auch das stecken wir weg. Peter hört jetzt immer den Rush-Song “Cut to the Chase”, der die wunderschöne Zeile “Can´t stop moving” enthält. Das ist unser neues Motto!

In Burgos angekommen, fahren wir immer in Richtung Kathedrale. Dort können wir auch unsere Credencial abstempeln lassen. Vor der Kathedrale setzen wir uns auf eine Bank, und ich entdecke zwei Belgier, die auf einer anderen Bank sitzen. Der Eine von ihnen sitzt einer Pilgerstatur auf dem Schoß und hat seinen Fahrradhelm auf dem Kopf der Statur platziert. Die Situation muss ich im Bild festhalten!

Pilger auf dem Pilgerdenkmal
Pilger auf dem Pilgerdenkmal

Nach einer kurzen Pause suchen wir uns ein Zimmer. Direkt an einer verkehrsreichen Straße werden wir fündig. Ein kleines, nettes Hostal im oberen Stockwerk eines alten Stadthauses. Unsere Fahrräder können wir im Hausflur abstellen. Die Sanitäranlagen waren zwar auch wieder auf dem Flur, aber diesmal sauber und gepflegt.

Zum Abendbrot gingen wir ins Stadtzentrum. In einer Gasse fanden wir ein kleines Restaurant an dem ein Tisch frei war. Wir setzten uns.

Kathedrale von Burgos
Kathedrale von Burgos

Das Restaurant war sehr gut besucht. Wir hatten richtig Glück, das noch ein Tisch frei war, denn nach uns kamen noch viele Gäste, die teilweise 30 Minuten warteten, um einen freien Tisch zu bekommen. Der Kellner war sehr freundlich. Er wollte von uns sogar ein paar Wörter auf Deutsch lernen. Ich bestellte mir wieder eine Platos Combinados mit gebratener Chorizo, Kartoffel-Speck-Kroketten, Calamares und Rührei. Es war eine Superwahl. Die Chorizo war in Wein gebraten und hatte einen tollen Geschmack. Die Kroketten waren die Besten, die ich bis dato je gegessen hatte und Calamares schmecken in Spanien sowieso überall gut und ganz anders als in Deutschland. Am Besten war aber der Preis dafür von gerade einmal 7,- Euro.

Gut, dass wir den ganzen Tag Rad fahren, so hat unser fetthaltiges Abendessen keine Chance anzusetzen!

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Etappen-Daten:

  • Tagesstrecke: 72,30 km
  • Fahrzeit: 5:01:31
  • Schnitt: 14,30 km/h
  • Max.: 51,50 km/h
  • Höhenmeter: 746
  • Ø-Steigung: 2%
  • Max. Steigung: 9%

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