Eine Bar, die ein paar Häuser weiter gelegen ist, bietet schon ab 6:00 Uhr Frühstück an. Dorthin gehen wir, allerdings erst gegen 7:00 Uhr. Es gibt natürlich – wie fast immer – Toastbrot, Kaffee oder Kakao, sowie Marmelade.

Die Etappe soll heute dann endlich mal leicht werden. Meine Beine fühlen sich auch viel besser an als gestern.

Es geht bis ins 10 km entfernte Samos fast nur bergab. So können wir locker in den Tag rollen. In Samos überholen wir eine Pilgergruppe, die auf Pferden unterwegs ist. Nun folgt ein ständiges auf und ab durch eine sehr grüne Landschaft. Unterwegs schließen die beiden deutschen Radpilgerinnen zu uns auf, die wir schon in Santo Domingo de la Calzada getroffen haben. Während des Radelns unterhalte ich mich noch ein wenig mit ihnen. Wir passieren Sarria und kommen gegen Mittag an den großen Stausee “Embalse de Belesar”. Durch den heißen Sommer trägt dieser allerdings kaum Wasser. Über eine lange Brücke kommen wir nach Portomarín. Eigentlich muss es Neu-Portomarín heißen, denn die Stadt wurde, als der See angelegt wurde, umgesiedelt. Das eigentliche Portomarín liegt mitten im Stausee.

Kirche in Portomarín
Kirche in Portomarín

Im Ort legen wir in einem Restaurant gegenüber der Kirche “San Nícolas” eine Mittagspause ein. Die Kirche stand schon im alten Dorf und wurde dann Stück für Stück abgetragen und an dieser Stelle wieder aufgebaut.

Es ist Markttag, und so beobachten Peter und ich das Treiben und essen dabei genüsslich eine Portion Calamares.

Galizien erinnert mit seinen Wäldern und Landschaften irgendwie an Deutschland. Auch das Klima ist ähnlich dem Unseren. Es regnet häufiger, und die Temperaturen sind angenehm. Zum Glück regnet es heute aber nicht.

Die Steigungen werden wieder etwas anstrengender, und der Verkehr nimmt auch etwas zu. Hinter Castromaior mündet die Nationalstraße wieder einmal in eine Autobahn. Jakobswegschilder sind auch nicht zu sehen und so fahren wir über eine kleine Straße weiter, die über die Autobahn führt.

Der Weg führt durch viele kleine Dörfer. In Einem müssen wir abbremsen. Eine Kuhherde hat die Straße für sich eingenommen und wird von einer Bäuerin samt Hirtenhund zur Wiese getrieben.

Kühe, ein Hund und Peter auf dem Weg
Kühe, ein Hund und Peter auf dem Weg

In Vilaxuán treffen wir auf eine neue Bekanntschaft. Bei einem Getränkeautomaten möchte ich mir eine Cola ziehen, doch ein Mädchen aus Deutschland sagt, dass der Automat ihr Geld gefressen habe und ich lieber nichts hineinwerfen solle. Sie wohnt in Bayern, kommt allerdings gebürtig aus Jülich. Wir stellen mal wieder fest, dass die Welt ziemlich klein ist, denn Jülich ist in der Nähe von Köln, und wir sind ja aus Bonn, bzw. Hennef. Wir unterhalten uns noch ein wenig, zum Beispiel darüber, dass man Deutsche Pilger immer gut an Jack-Wolfskin-Klamotten und Deuter-Rucksäcken erkennen kann. Wir fahren zusammen los. Allerdings lässt sie bei der Abfahrt nach Palas de Rei abreißen.

In Palas de Rei suchen wir erstmal die Tourismus-Info, können sie aber nicht finden. Also beschließen wir, selbst eine Pension zu suchen. In einer Gasse werden wir fündig und Peter fragt nach einem freien Zimmer. Die sehr nette Dame an der Rezeption hat leider kein Zimmer mehr für uns frei, schickt uns aber eine Straße weiter zu einem kleinen Hostal. Dort bekommen wir ein Zimmer im obersten Stockwerk, von dem wir einen Blick über ganz Palas de Rei haben.

Dunkle Wolken in Palas de Rei
Dunkle Wolken in Palas de Rei

Nach dem obligatorischem Wäsche waschen und duschen, suchen wir nochmals die Tourismus-Info, um unseren Stempel zu holen. Aber leider finden wir sie immer noch nicht. So gehen wir in das Agrar-Amt und bekommen dort einen Stempel für die Credencial, den Pilgerausweis.

In einer kleinen Bar mit großer Terrasse nehmen wir unser Abendessen ein. Ich habe mir diesmal Maccaroni mit Thunfisch, Huhn in Brandysauce mit Pommes und Flan bestellt. Für 8,- Euro mal wieder ein hervorragendes Menü. In der Bar kann man übrigens morgens auch frühstücken, was wir am nächsten Tag auch tun werden. Beim Essen übertrage ich die Daten aus dem Radcomputer in mein kleines Etappen-Heft. Wir sind heute zum dritten mal in Folge über 1.000 Hm gefahren. Wir schauen uns ungläubig an und Peter entweicht ein müdes, aber zufriedenes “Hehe”.

Karte wird geladen, bitte warten...

Etappen-Daten:

  • Tagesstrecke: 74,05 km
  • Fahrzeit: 4:49:22
  • Schnitt: 15,30 km/h
  • Max.: 63,50 km/h
  • Höhenmeter: 1.138
  • Ø-Steigung: 4%
  • Max. Steigung: 11%

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Ich bin LIVE!
Im Moment OFFLINE